ESV gibt Sieg fast noch aus der Hand

25.03.2019

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Hart erkämpftes 2:1 gegen SV Waldperlach zum Frühjahrsstart – Frühes Rot für die Gäste – 200 Zuschauer

 

 

Freilassing. Das seine Mannschaft nach dem Anschlusstreffer der Gäste zum 2:1 (61.) komplett den Faden verlor, wurmte ESV-Coach Franz Pritzl gewaltig. „Das darf uns nicht passieren“, so der Freilassinger Teamchef – „noch dazu mit einem Mann mehr“. Er hatte seinen Vertrag diese Woche bis 2020 verlängert und sah zum Bezirksliga-Frühjahrsstart gegen den SV Waldperlach eine „höchst durchwachsene Vorstellung“ seines Teams. Das Hinspiel hatte der ESV 4:2 Ende August 4:2 gewonnen, am Samstag sollten ebenfalls drei Zähler auf das Konto der top auf Platz 3 postierten Grenzstädter wandern.

 

Und es sah lange Zeit sehr gut aus. Vom Anpfiff des am Ende vor allem von den Kickern aus dem Münchner Südosten kritisierten Referees Anes Hadziabdic weg war Feuer in der Partie. Das lag vor allem an der Tatsache, dass Waldperlach nicht nur gut mitspielte, sondern den Hausherren gut 20 Minuten den Schneid abkaufte. Richtig gefährlich wurde die Truppe von Coach Günther Lehner allerdings nicht. Der neue Freilassinger Keeper, der 20-jährige Patrick Kastner (kam vom USC Eugendorf), verbrachte im sonnendurchfluteten Max Aicher-Stadion einen noch ruhigen Nachmittag. Drei, vier Torschüsse der Waldperlacher verpufften im Seitenaus. Auf der anderen Seite dauerte es geschlagene 24 Minuten, ehe der starke Viktor Vasas einen Schussversuch ansetzte – kein Problem für SVW-Keeper Marius Ziguris. Kurz zuvor hatte die Gästebank nach einem Foul an Thorsten Walfort vehement Elfmeter gefordert – die Szene war der Knackpunkt, danach konnte Schiri Hadziabdic Waldperlach kaum noch etwas recht machen.

 

Überraschend fiel die Führung der Freilassinger, weil sich Verteidiger Sebastian Mayer aus extrem spitzem Winkel in eine abgefälschte Flanke warf und ins lange Eck traf – 1:0 (33.). Der Angerer hatte die Kapitänsrolle erhalten, nachdem Daniel Leitz nach einer Schambeinentzündung erst nächste Woche ins Training einsteigen wird und Denis Krojer aufgrund einer Erkältung passen musste – beide sollten am kommenden Sonntag in Dorfen auflaufen können. Durch die beiden Ausfälle wurde dem ESV das herzhafte Mittelstück herausgerissen, was sich zu späterer Stunde noch sichtbar(er) werden sollte.

 

Zunächst folgte jedoch eine weitere unerwartete Szene: Nach Rücksprache mit einem seiner Assistenten zückte Hadziabdic Rot (37.) gegen Waldperlachs Tamay Aykut, der diese harte (weil kein heftiges Foul), jedoch richtige Entscheidung nicht fassen konnte. Auch für alle rund 200 Zuschauer, Spieler, Trainer und Betreuer kam sie überraschend, Der Abwehrspieler kreuzte im Rücken den Laufweg des durchgebrochenen Bruno Kovac und traf ihn als letzter Mann unglücklich an den Hacken – Referee Hadziabdic hatte keine andere Wahl, Aykut auszuschließen. Bis zum Schlusspfiff wirkte sich der numerische Nachteil der Gäste optisch nicht aus, im Gegenteil. Zunächst gelang jedoch dem ESV jedoch der zweite Treffer, der sich im Endeffekt als enorm wichtig herausstellte: Nachdem Keeper Kastner einen Kopfball des noch in Halbzeit eins für Efrem Yohannes eingewechselten Robin Grünwald (49.) mit den Fingerspitzen an die Latte bugsiert hatte, traf Simon Schlosser sehenswert zum 2:0 (56.). SVW-Goalie Marius Ziguris konnte einen Schuss von Sommer-Neuzugang Enis Kuka nur abblocken, der Ball kam zum Torschützen, der in aller Seelenruhe noch einen Haken schlug, um schließlich wuchtig unter die Latte abzuschließen – das Tor des Tages des 20-jährigen Mittelfeld-Akteurs, der seine sehr gute Vorstellung mit diesem Abschluss krönte. Neben ihm erhielt vor allem Tobias Schindler (21) gute Noten.

 

Der ESV hatte die Partie vermeintlich im Griff, verließ nun jedoch seine Komfortzone und war gegen die Power der keineswegs zurücksteckenden Gäste nicht gewappnet. Der Faden riss. Nach einer Ecke von Thorsten Walfort köpfte Daniel Wittmann noch leichtabgefälscht ins lange Eck – Schlussmann Kastner wäre gegen diesen Torpedo ohnehin machtlos gewesen, nur noch 2:1 (61.). In der restlichen halben Stunde der Partie sollte Freilassing nur noch zweimal gegnerische Strafraumberührung erlangen, Beweis für die nun drückende Überlegenheit Waldperlachs. Der in punkto Körpergröße, Haarpracht und Laufstil stark an den Ex-Frankfurter und Jetzt-St. Paulianer Alex Meier erinnernde Gäste-Top-Torjäger Pierre König – bislang elf Saisontreffer – hätte nach einer perfekten Flanke von Julius Koniarczyk das 2:2 machen müssen, bugsierte das Leder aber haarscharf über den Kasten (72.). Gegenüber blieb Bruno Kovac unter den Augen einiger Mitglieder des Landesliga-Aufstiegsteams von 2016 an Goalie Ziguris hängen (74.).

 

Zweifelsfrei kurios wurde des zwei Minuten vor dem regulären Ende, als Freilassing immer stärker um das 2:2 „bettelte“: Nach einer weiteren gefährlichen Ecke von Walfort, der all diese Standards von rechts gefährlich ins Zentrum bugsierte, köpfte Koniarczyk fulminant an die Latte, kam zu Fall und kurz vor der Torlinie zum Liegen. Das Spielgerät sprang zum eingewechselten Robin Grünwald, der aus zehn Metern völlig freistehend abzog und dabei seinen am Boden befindlichen Teamkollegen anschoss. Wäre das Leder ins Netz gerauscht, hätte Referee Hadziabdic jedoch auf Abseits entschieden (88.). Gleichwohl rauften sich die in Weiß und Grün aufgelaufenen die Haare, hatten sie doch eine Riesen-Chance zum 2:2 ausgelassen.

 

Die fünfminütige Nachspielzeit gestaltete sich ebenfalls hektisch, zwei taktische Fouls brachten Neuzugang Bruno Kovac Gelb (90.) und Gelb-Rot (92.) innerhalb von nur eineinhalb Minuten ein. Waldperlach belohnte sich für sein gutes Spiel nicht, Freilassing brachte den Sieg über die Runden. Nach Schlusspfiff gab es reichlich verbale Auseinandersetzungen, vor allem der Sportliche Leiter des ESV, Alfons Rehrl, sah sich heftigen Attacken seitens der Gäste ausgesetzt.

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