3:1 – Daniel Leitz kam, sah, siegte

23.07.2019

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Hartes Stück Arbeit für den ESV Freilassing zum Bezirksliga-Start gegen starken Neuling TSV Teisendorf – 500 Zuschauer

 

Freilassing. Wer am Freitagabend bei Fußball-Idealwetter zwei Minuten zu spät ins ESV-Stadion kam, verpasste die Hälfte der Tore. Es war einer der schnellsten Bezirksliga-Saisonstart-Treffer, den Stefan Hoiß nach exakt 19 Sekunden schoss – für die Teisendorfer Debütanten sowieso. Rund 500 Zuschauer trauten ihren Augen kaum, als der Aufsteiger beim großen Favoriten in Freilassing quasi vom Anstoß weg in Führung ging. TSV-Kapitän Raimund Gasser brachte die Kugel fast vom eigenen Sechzehner aus weit in die gegnerische Hälfte. Dort misslang Tobias Schindler die Kopfball-Abwehr und Simon Schlosser drosch über den Ball. Dieser sprang deshalb zu Hoiß. Und der Routinier wuchtete die Kugel sofort ansatzlos mit einem Gewalt-Außenristschuss aus acht Metern Torentfernung sehenswert halbhoch ins lange Eck – 0:1 (1.) – was für ein Auftakt.

 Foto: Toni Deiter

 

Es ging turbulent weiter: Der Rothosen-Jubel war noch nicht verhallt, da antwortete die ESV-Crew prompt und perfekt. Freistoß von Denis Krojer von halbrechts zentral vor den Kasten, Viktor Vasas bugsiert den Ball nach einem Brunold-Abpraller in der Luft stehend im zweiten Versuch ins Netz – 1:1 (3.). Und so hatten beide Torhüter-Neuzugänge, die sich zum ersten Mal pflichtspielträchtig für ihre Teams zwischen den Pfosten befanden – Oliver Hauthaler bei den Platzherren, Patrick Brunold bei den Gästen – jeweils die ersten Schüsse passieren lassen müssen.

 

Das Derby-Feuer

erlosch nicht

 

Für diesen 2019/20-Auftakt war damit auch klar: Das Spiel hatte vom Anpfiff weg Feuer, welches in der Folge auch nicht erlöschen sollte. Mit einer spektakulären Flugeinlage verhinderte ESV-Goalie Brunold, der von Coach Andi Brandl das Vertrauen erhielt, obwohl er letzte Saison mit seinem WSC Bayerisch Gmain noch drei Ligen tiefer in der A-Klasse gekickt hatte, den möglichen Rückstand. Simon Schlosser hatte fulminant abgezogen (13.). Stück für Stück erarbeitete sich die zwangsläufig und wie erwartet routiniertere Mannschaft – eindeutig der ESV – die Oberhand. Gleichwohl stand Teisendorf kompakt, ließ der Pritzl-Elf wenig Räume. Prompt fand diese gegen den starken TSV-Abwehrverbund kaum Lücken, wenngleich genügend Ideen vorhanden waren. Und so musste der ein oder andere Weitschuss als Chancen-Notiz auf Freilassinger Seite herhalten, Brunold hielt einen 18 Meter-Kracher (33.) von Viktor Vasas top. Gar 39 Minuten dauerte es, ehe der erst zweite Torschuss der Teisendorfer, abgefeuert von Dennis Freudenreich aus gut 20 Metern, für Raunen auf der gut gefüllten Stadion-Schattenseite sorgte.

 

Durchgang eins war trotz des Remis-Standes klar an den ESV gegangen. Mit dem Seitenwechsel sorgte zunächst der Aufsteiger, der mit allen vier Neuzugängen aufgelaufen war, jedoch beispielsweise auf Offensivmann Markus Haslberger, Michael Sorré oder Christian Willberger verzichten musste, für Aufsehen: Christoph Mitterauer flankte auf Timo Fritzenwenger, der völlig frei an Goalie Hauthaler hängenblieb (51.). Seine zweite Gelegenheit wollte er auf Kollege Stefan Hoiß ablegen. Freilassing konnte diese brenzlige Situation klären aber nicht gänzlich Ruhe in die Sache bringen. Denn gleich im Anschluss musste Andi Högler Kopf und Kragen riskieren, um bei der Riesen-Gelegenheit durch Hoiß noch ein Abwehrbein dazwischen zu bekommen (52.). Teisendorf erhielt nun deutlich Oberwasser, krönte seine beste Phase aber – noch zu unerfahren in dieser Liga – nicht: Timo Fritzenwenger ließ sich abdrängen (54.), Augenblicke drauf wäre Dennis Freudenreich fast gleich bei seinem Teisendorf-Debüt der erste Treffer gelungen. Unter den Augen seiner ehemaligen Teamkollegen vom WSC Bayerisch Gmain scheiterte der 25-Jährige völlig frei an Keeper Hauthaler. Das punktgenaue 50 Meter-Zuspiel war von einem weiteren Neuzugang gekommen, dem kampfstarken Tom Burghartswieser von Nachbar SV Oberteisendorf.

 

Coach Franz Pritzl

wechselt den Sieg ein

 

Die Gäste-Gelegenheiten waren der Weckruf für die heimische Elf, die vom kommenden Derby-Gegner übermorgen Mittwoch – den SV Saaldorf – ganz genau beobachtet wurde: Franz Pritzl brachte Daniel Leitz (62.) nach längerer Verletzungspause und wechselte mit ihm den Sieg ein. Denn schlagartig kam wieder mehr Zug in die ESV-Bemühungen, jetzt trumpfte auch Viktor Vasas, der nach einer starken ersten Hälfte etwas untergetaucht war, wieder auf. Und die Vorentscheidung bahnte sich an: Flanke Leitz auf den völlig freistehenden Vasas, der legte sich die Kugel noch zurecht und zog ab – stark abgefälscht fiel das 2:1 (76.) über den machtlosen Brunold hinweg.

 Foto: Toni Deiter

Fünf Minuten drauf warf Gäste-Coach Andi Brandl seine Grundaufstellung über Bord und mit dem ehemaligen Pettinger Torjäger Daniel Stippel einen zweiten Stürmer neben den unermüdlichen Christoph Mitterauer in die Partie. Doch seine Truppe schaffte keine Wende mehr, fünf weitere Minuten später fiel die Entscheidung: Mit einem genialen Aussteigertrick verschaffte sich Vasas viel Platz zum Flanken, das perfekte Zuspiel fand Leitz, der aus vollem Lauf das 3:1 (87.) ins lange Eck köpfte. Seinen Sonderapplaus hatte sich Vasas nach zwei Toren und einem Assist bei seiner Auswechslung (88.) redlich verdient.

 

Ein hartes Stück Arbeit für den Beinahe-Landesliga-Aufsteiger aus der Grenzstadt. „Wenn Ihr so weiter spielt, habt Ihr hier keine Probleme“, tröstete Denis Krojer seinen Kapitänskollegen auf Teisendorfer Seite, Raimund Gasser. Für Abteilungsleiter Moritz Bauregger war von vornhinein klar: „Wir müssen uns in dieser Liga erst noch finden – und zurechtfinden.“ Ein ordentliches Debüt gab der Neuzugang vom SV Kirchanschöring, Daniel Köck, wenngleich freilich noch Luft nach oben vorhanden ist. Referee Dominik Kappelsberger aus Aßling leitete die Partie mit seinem Gespann sicher.

 

Franz Pritzl (ESV-Coach): „Es war das vermeintlich schwere Spiel gegen einen Gegner, der nichts zu verlieren hatte. Unser Sieg war sicher verdient, auch wenn wir nach der Pause brutal gebettelt haben – wenn Teisendorf hier das absolut mögliche 2:1 macht, geht‘s vermutlich anders aus. Sie haben ihre Chancen nicht gemacht, wir schon, das war der Unterschied. Freilich sah man unsere Erfahrung, aber heute fanden wir eher über den Kampf ins Spiel.“ – Was dachte Pritzl beim 0:1 nach 19 Sekunden?: „Ganz ehrlich? Sch...! Wir wussten, dass sie das oft so machen. Und ich hatte meine Leute genau davor noch eindringlich gewarnt.“

 

Andreas Brandl (TSV-Trainer): „Im Endeffekt ein bitterer Auftakt für uns. Klar, der ESV war in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft. Nach der Pause hatten wir vier hervorragende Chancen, machen sie aber nicht – vielleicht aufgrund mangelnder Cleverness, ich weiß es nicht. Und dann bekommst du so ein blödes, abgefälschtes 1:2. Ich meine, dass ein Unentschieden gerecht gewesen wäre, aber im Fußball wird nun mal nach Toren abgerechnet. Wir haben jedoch gesehen, dass wir in der Liga angekommen sind und hier mitspielen können – schließlich ist der ESV ein starkes, cleveres Team. Jetzt heißt es für uns, am Mittwoch daheim gegen Waldkraiburg den ersten Sieg zu holen.“

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