Die Eisenbahner gewinnen den Lokal-Kracher gegen Saaldorf

04.11.2019

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Freilassing. ESV-Abteilungsleiter Hans Gietl hatte alles richtig gemacht – das Top-Derby der Fußball-Bezirksliga Ost zwischen seinen Freilassingern und den Gästen aus Saaldorf auf die gestrige Frühschoppenzeit zu legen, das war definitiv die richtige Entscheidung: Etwas mehr als 500 Zuschauer kamen bei T-Shirt-Wetter ins Max-Aicher-Stadion. Allerdings waren die äußeren Bedingungen weit attraktiver als der Sport. Das vermeintliche Spitzenspiel war geprägt von vielen Fehlpässen und Ideenmangel.

 

Immerhin durfte die knappe Freilassinger Führung zur Pause als absolut verdient bezeichnet werden, denn die Elf von Coach Franz Pritzl war präsenter und zielorientierter – wenngleich es der SV Saaldorf dem Vizemeister der Vorsaison auch sehr leicht machte. „Wir haben die erste Halbzeit total verschlafen“, gab dann auch Teamchef Pascal Ortner unumwunden zu. Doch auch wenn er selbst von einer „verdienten Pausenführung“ sprach, so  meinte er doch, den 1:0-Torschützen Daniel Leitz unmittelbar nach dem feinen Pass von Viktor Vasas   im Abseits gesehen zu haben. Schiedsrichter Michael Hofbauer (TSV Bernau) und sein Gespann entschieden in jener 31. Minute anders. Überhaupt hatte der Referee gestern einen herausfordernden Arbeitstag, denn  obwohl das Derby insgesamt sehr fair ablief musste er doch unzählige kleine Fouls pfeifen und achtmal Gelb zücken (diese Wertung „gewann“ Saaldorf mit 5:3).

 

 

Die vielen Unterbrechungen taten in Sachen Spielfluss ihr Übriges. Beiderseits wurden  nur wenige Angriffe konsequent durchgespielt. Bezeichnend also, dass     das Freilassinger 2:0 in der 51. Minute aus einem Freistoß resultierte: Viktor Vasas traf schön aus 18 Metern. Da die Grenzstädter gut aus der Kabine gekommen waren, konnte man durchaus in den Gedanken verfallen, dass dieser späte Sonntagvormittag gelaufen war.  Doch just ab dem 2:0  ging beim ESV gar nichts mehr. Die Gäste arbeiteten sich mit umständlichen, aber nun sichtlich bemühten Angriffen immer mehr Richtung Freilassinger Tor. Und nach drei „Halbchancen“ war dann der Anschlusstreffer von Timo Portenkirchner in der 71. Minute gar nicht mal unverdient. „Die Kampf- und Laufbereitschaft hat mir schon gefallen, aber die zweite Halbzeit war spielerisch wieder ein absoluter Rückschritt“, schüttelte Pritzl nach der Partie den Kopf.

 

 

Hauthaler macht 2:2-Chance zunichte  Zwar hatten seine Jungs in der Folge gegen offene Saaldorfer noch zwei gute Chancen, mit dem 3:1 alles klar zu machen (Leitz traf den Pfosten und ein Vasas-Freistoß glitt Keeper Steinmaßl durch die Hände, ehe er am Pfosten vorbeitrudelte), doch hätte der SVS in der Schlussphase durchaus auch noch zum 2:2 treffen können. Die größte Gelegenheit hatte der gestern – abgesehen von seinem Treffer –  eher unauffällige Timo Portenkirchner, der in der 84. Minute mit einem Volleyaufsetzer in aussichtsreicher Position an  Schlussmann Oliver Hauthaler scheiterte.

Als Michael Hofbauer nach 94 Minuten abpfiff, stand ein knapper Freilassinger Sieg zu Buche, der alles in allem auch den Gesamtverlauf wiedergibt. Während die Pritzl-Elf durch den ersten Heim-Dreier seit 31. August bis auf fünf Zähler am Tabellenzweiten VfB Forstinning dranbleibt, hat der SV Saaldorf zunächst den Anschluss nach oben verloren – im Gegenteil: Der Blick richtet sich bei drei Zählern Vorsprung gegenüber der roten Zone eher nach unten. Zumal die Liga – mit drei direkten Abstiegsplätzen und einem Relegationsrang – bis zum Tabellensechsten brandgefährlich ist.

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