„Natürlich war es für uns enttäuschend“, so Freilassings Co-Trainer Thomas Unterhuber über die Derby-Pleite. Timo Portenkirchner hatte den ESV mit seinen Saisontreffern acht und neun komfortabel in Führung geschossen – die Tür zum sechsten Erfolg der laufenden Runde stand weit offen. Nach dem Seitenwechsel jedoch drehten die Traunsteiner auf und setzten sich mit 4:2 durch. „Den vierten Treffer rechne ich schon gar nicht mehr dazu. Alleine drei Tore in der zweiten Halbzeit zu kassieren, ist einfach bitter“, sagt Unterhuber. „Wir haben das in der Kabine angesprochen, aber wir können es nicht ändern. Der volle Fokus liegt nun auf Türkgücü.“
Trotz der Niederlage sind die Eisenbahner in der Tabelle weiter vorne mit dabei. Hinter dem übermächtigen Primus TSV Murnau, der bereits 22 Punkte eingesammelt hat, sind mit dem VfB Forstinning, SBC, SV Nord München-Lerchenau und den Eisenbahnern vier Mannschaften zu finden, die jeweils 15 Zähler aufweisen. „Damit sind wir im Verein und Trainerteam zufrieden. Auch wenn in den Spielen bisher der ein oder andere Punkt mehr drin gewesen wäre. Trotzdem sind wir völlig entspannt.“
Angespannt ist hingegen die aktuelle Kadersituation. Aufgrund von Verletzungen und Urlaub fehlt der ein oder andere Spieler. Dazu reiht sich ausgerechnet Kapitän Simon Schlosser, der im Derby seine fünfte gelbe Karte sah und deshalb für ein Spiel zuschauen muss. Außerdem ist der Einsatz von Niclas „Nicl“ Hofer wegen einer Zerrung im Oberschenkel fraglich. Dafür steht Kaan Coskun Chefcoach Goran Roksandic wieder zur Verfügung, nachdem er zuletzt wegen einer gelb-roten Karte gesperrt war.
Während Freilassing im Moment im Rhythmus ist, war Türkgücü an den jüngsten beiden Spieltagen nicht im Einsatz. Sowohl die Partie beim FC Schwabing als auch das Heimduell gegen den SV Aubing musste aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden. Der Gegner kommt also ausgeruht nach Freilassing – ein Nachteil, oder ist es vielleicht doch ein Vorteil für den ESV? „Wir sind voll im Saft, das kann uns schon zugute kommen“, meint Unterhuber.
Bis zur Zwangspause holten die Münchner, die als Absteiger zu den Favoriten der Staffel Südost gehören, zehn Zähler. Dabei gabs Höhen und Tiefen. Unter anderem mussten sie sich beim SBC mit 0:3 geschlagen geben. Das jüngst bestrittene Match zuhause gegen den FC Unterföhring entschieden sie wiederum mit 3:0 für sich. Einer der Torschützen war Ex-Löwe Albion Vrenezi, der Top-Transfer der Liga und Star des vor der Saison runderneuerten Kaders. Keine leichte Aufgabe also für die Freilassinger, die aber gewiss vor allem vor heimischem Publikum alles versuchen werden, erfolgreich abzuschneiden.