Der ESV Freilassing muss weiter auf den ersten Pflichtspielsieg im Jahr 2026 warten. Die Mannschaft von Albert Deiter kam beim abstiegsbedrohten TSV Eintracht Karlsfeld vor 60 Zuschauern auf Kunstrasen nicht über ein 1:1 hinaus. „Wir haben in der ersten Halbzeit zu wenig aus unseren Chancen gemacht. Die erste halbe Stunde geht klar an uns“, betont der Cheftrainer der Eisenbahner. „Uns fehlt momentan einfach das Selbstvertrauen und Selbstverständnis, das Spiel früher auf unsere Seite zu ziehen.“ Der Gegner war in der zweiten Halbzeit gut im Spiel, die Grenzstädter wurden ein wenig passiv. „Aufgrund der letzten Chancen von Karlsfeld muss man auch mit dem Remis zufrieden sein.“
Die Gäste starteten mutig und hätten früh in Führung gehen können, doch Daniel Aschauer scheiterte zentral im Strafraum an TSV-Schlussmann Fabio di Salvo (5.). Und Freilassing blieb mit dem Fuß auf dem Gaspedal: Goalgetter Timo Portenkirchner setzte außen Simon Hafner in Szene, sein Schussversuch ging jedoch knapp vorbei (9.). Nach Roman Gertsmanns Fehlversuch für die Gastgeber war der ESV wieder am Zug, doch Mark Kremer hatte sein Visier falsch eingestellt (18.). Die nächste Großchance kreierte abermals der ESV: Felix Bischoff setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und legte die Kugel ins Zentrum, dort kam Aschauer an die Kugel, fand seinen Meister erneut in Di Salvo. Den Nachschuss knallte Portenkirchner mit links an den linken Pfosten – das hätte die Führung sein müssen (20.).
Gäste-Hintermannschaft lässt nur wenig zu
Von den Gastgebern kam offensiv wenig, die ESV-Hintermannschaft um Georg Wieser ließ allerdings auch nur wenig zu. Nachdem Portenkirchner rechts vorbeizielte (35.), hatte Kremer das 1:0 auf dem Schlappen, Di Salvo parierte nur mit Mühe zur Ecke (40.) – viele gute ESV-Gelegenheiten in Durchgang eins, doch wie gegen Dornach fehlten die Tore.
Nach dem Seitenwechsel war auf einmal die gastgebende Elf von Florian Hönisch am Drücker. Besonders der flinke Jonas Kuhn wusste sich immer wieder in Szene zu setzen – so auch in Minute 55, wobei er ESV-Goalie Thomas Unterhuber zur Glanzparade zwang. Mitten in diese Drangphase schlug Freilassing zu: Portenkirchner erhielt das Leder auf der rechten Seite und fasste sich einfach mal ein Herz, Di Salvo war noch dran, am Ende kullerte die Kugel über die Linie – das 20. Saisontor des Freilassinger Goalgetters. Mit Wut im Bauch versuchten die Karlsfelder zu antworten, doch weder Fabian Barth per Kopf (66.) noch Kuhn (67./drüber) brachten die Kugel unter.
„Beiden Mannschaften fehlt die Klarheit“
Das änderte sich jedoch: Der eingewechselte Florian Jörg Schrattenecker war auf einmal rechts auf und davon und legte die Kugel in die Box, Barth gab dem Leder die entscheidende Richtungsänderung – auch hier kullerte das Spielgerät zum 1:1 über die Linie (73.). „Da sieht man halt, dass die Mannschaften um jeden Zentimeter kämpfen“, betont Deiter. „Dann passieren auch solche Tore. Jeder will’s irgendwie erzwingen. Die Klarheit fehlt beiden Mannschaften.“
Die Eintracht hatte nun Blut geleckt: Torschütze Barth sah den äußerst auffälligen Kuhn, Unterhuber musste in höchster Not retten (78.). Die Karlsfelder Nummer 25 hätte seine Farben in Führung schießen können, nach einem Haken im Sechzehner donnerte er die Kugel jedoch an dem linken Pfosten (88.). Und auch Schrattenecker hätte die Gastgeber jubeln lassen können, sein Versuch ging allerdings drüber (90.).
ESV Freilassing: Unterhuber, Wieser, Bischoff, Aschauer (90.+2 Miclos), Streibl (C), Kremer (77. Spatzenegger), Kryezi (84. Bajgora), Prechtl, Schindler, Portenkirchner, Hafner (77. Windisch)
59' - 0:1 - Timo Portenkirchner - 20. Saisontor - (Vorlage: Rejan Kryezi)