Der zweite Mai-Tag 2026 wird in die ESV-Geschichtsbücher als jener Tag eingetragen, an dem eine weitere Landesliga-Saison fixiert wurde – die dritte in Folge: Mit einem 5:1-Kantersieg ballerten sich die Eisenbahner den Frust von fünf sieglosen Wochen so richtig von der Seele, fuhren hochverdient den elften Saisondreier ein und können mit acht Punkten Vorsprung an den letzten beiden Spieltagen nicht mehr auf einen Relegations- oder Abstiegsplatz abrutschen. Entsprechend erleichternd fiel der Schlussjubel aus, nachdem der Erfolg zudem gegen einen direkten Konkurrenten im Liga-Erhaltskampf unter Dach und Fach gebracht worden war.
Die ESV-Startelf, in die Marius Koller nach längerer Zeit zurückkehrte, sorgte früh für Beruhigung: Mark Kremer machte sich mit dem 1:0 das schönste Geburtstagsgeschenk. An seinem 22. Ehrentag suchte er sich völlig alleingelassen in aller Ruhe die rechte Ecke zur Führung aus, nachdem Dominik Krein und Timo Portenkirchner top vorbereitet hatten (10.). Das 2:0 ließ nicht lange auf sich warten: Kurze Ecke von Simon Schlosser auf Maximilian Streibl, der zurück auf seinen Kapitän abtropfen ließ, Flanke an den zweiten Pfosten, dort kam Georg Wieser angerauscht, Kopfball, drin (15.) – der erste Saisontreffer des großen Innenverteidigers: „Es freut mich sehr gefreut, dass es endlich mal geklappt hat“, meinte der Pidinger.
Freilassing hatte die Partie weiter im Griff, bis zur Pause sahen die rund 200 Zuschauer bis auf eine Direktabnahme von Portenkirchner (45.) keine prickelnden Höhepunkte mehr. Die Gastgeber überzeugten mit einer stabilen Abwehr und blitzschnellen Gegenstößen, für ihre engagierte Vorstellung erhielten die ganz in Blau gewandeten Akteure beim Pausenpfiff auch Halbzeitapplaus von den Rängen.
Mit Wiederbeginn vollzog Gäste-Coach Fabian Lamotte einen Vierfachwechsel seiner nach wie vor abstiegsgefährdeten Wacker-Crew, brachte unter anderem seinen besten Scorer, Armando Tischer. Das 3:0 der Freilassinger zog den Isarstädtern jedoch erst mal den Zahn: Wieser spielte auf den eingewechselten Markus Prechtl, der von rechts flach auf den völlig freien Portenkirchner in die Box gab. Der Goalgetter zog sofort ab, die Kugel krachte an die Latte, auf ihrem Weg nach unten war sie wohl bereits mit vollem Umfang hinter der Linie – dessen war sich Physio Christian Fulde sicher –, doch der Schütze ging ganz sicher und vollstrecke spektakulär per Luftsprung, um keine Zweifel aufkommen zu lassen (48.).
Das Team von Albert Deiter ließ die Münchner in dessen vorletztem Heimspiel als Trainer nun mehr gewähren, lange Zeit brannte jedoch nichts an. Nach einem Konter über Felix Bischoff und Portenkirchner hätte Joker Rejan Kryezi den Deckel draufpacken müssen, scheiterte jedoch an Keeper Hannes Weyherter (65.). Und so brachte das 1:3 (71.) durch den komplett freien Tischer nochmal unerwartet Spannung in die Partie. Die Abseitsproteste der ESVler prallten am Referee-Trio ab, da ein Freilassinger Foul auf der Sechzehnerlinie vorausgegangen und der Ball zudem eher von einem Platzherren-Akteur gekommen war.
Die Gäste freuten sich über das Geschenk, bekamen nun deutlich Oberwasser, doch Keeper Thomas Unterhuber rettete in höchster Not gegen Tischer (80.). Im Gegenzug sorgte das 4:1 von Tobias Frisch nach Kopfballvorlage von Kryezi allein vor dem Kasten für die Entscheidung (81.). Das 5:1 von Portenkirchner setzte dem ganzen die Krone auf: Weyherter hatte einen Fernschuss von Tim Bageritz stark aus dem Eck gefischt, die anschließende Ecke setzte Christian Niederstraßer per Kopf an die Latte, den dritten Nachschuss brachte Portenkirchner zu seinem 28. persönlichen Erfolgserlebnis über die Linie (87.).
ESV Freilassing: Unterhuber, Wieser, Bischoff, Streibl, Kremer (63. Kryezi), Koller (46. Prechtl), Krein (46. Frisch), Schindler, Schlosser (84. Niederstrasser), Portenkirchner, Hafner (63. Bageritz)