Bei seiner neuen Tätigkeit ist „Chri“ für alle administrativen Dinge zuständig. Dazu gehören Abstimmungen mit dem Bayerischen Fußball-Verband, anderen Vereinen oder dem Mannschaftsrat. Die Abgrenzung ist klar: Alles, was die Kaderplanung und Spielergespräche anbelangt, ist nicht die Baustelle des 35-Jährigen. „Es macht auf alle Fälle Spaß. Aller Anfang ist schwer, man muss sich natürlich erst reinfinden, was die ganzen Systeme, Regeln und Fristen beim BFV betrifft. Das braucht ein bisschen Zeit, aber da sind wir auf dem richtigen Weg.“
Insgesamt wollte der Familienvater etwas kürzertreten, da ihn auch sein Job (Key-Account-Manager Nah- und Fernwärme bei der Bayernwerk Natur GmbH) in Beschlag nimmt. „Ich hätte jetzt in meinem Alter viermal trainieren müssen, damit es in der ersten Mannschaft noch funktioniert.“ Diesen Aufwand wollte Niederstraßer nun nicht mehr betreiben. Doch mit seiner Tätigkeit als Technischer Leiter habe er eine ganz gute Lösung gefunden, wie er sagt. Die Fußballschuhe hat er übrigens noch nicht vollständig an den Nagel gehängt. Er möchte nämlich seine Erfahrung in der „Zweiten“ (A-Klasse 6) weitergeben. „Ich habe auch vor, das ein oder andere Spiel zu bestreiten“, so der Abwehrroutinier.
Zwei Spielzeiten – 2017/18 und 18/19 – absolvierte er beim heutigen ESV-Gegner Hallbergmoos. „Ein sehr ambitionierter und recht gut organisierter Verein.“ Was die finanziellen Möglichkeiten betrifft, zähle der VfB laut Niederstraßer schon zu einem von mehreren Klubs, die eher im oberen Drittel anzusiedeln sind. Mit Trainer Andreas Giglberger spielte er übrigens noch zusammen. Den kennt der 35-Jährige noch ganz gut, doch die Mannschaft habe sich seitdem natürlich verändert.
„Chri“ rechnet aus ESV-Sicht mit einem „sehr schweren Spiel“, da den Klub derzeit die Urlaubs- und Verletzungsphase relativ hart getroffen hat. Daher werde man eher etwas ausgedünnt auftreten müssen. „Wir wollen das Spiel natürlich gewinnen. Sollte aber letztlich nur ein Punkt herausspringen, wäre ich jetzt auch nicht zu Tode betrübt.“ Definitiv nicht zur Verfügung stehen wird Tobias Schindler. Niederstraßer: „Er hat sich im Training eine Sprunggelenksverletzung zugezogen und wird wahrscheinlich ein paar Wochen ausfallen.“ Auch die im Urlaub weilenden Tobias Frisch, Molos Bajgora und Arber Tafilaj können nicht ins Geschehen eingreifen.
Trotzdem werde Freilassing eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen. Für die Breite werde man auf Spieler der „Zweiten“ zurückgreifen. Qualitativ seien da laut Niederstraßer bereits zwei, drei Akteure dabei, die Landesliga spielen können – aber natürlich nur in einem stabilen Gefüge. „Von einem 18- oder 20-Jährigen darf man jetzt nicht erwarten, dass er die Mannschaft führt.“ Das mache die Aufgabe für die U23 entsprechend nicht leichter. „Darauf müssen wir ebenfalls ein Auge werfen, dass unsere zweite Mannschaft nicht zu sehr ausgedünnt wird.“ Wenn man nämlich dem A-Klassen-Team die qualitative Spitze wegnehme, tun sich auch die anderen Spieler schwerer.