Die Personal-Situation bei den Grenzstädtern entspannte sich vor dieser Partie weiter: Tim Bageritz kehrte nach Gelb-Sperre zurück in die Startelf. Keine zwei Minuten waren in einer am Ende durch und durch intensiven Angelegenheit rum, als Timo Portenkirchner von links in den Sechzehner eindrang und drei Schwabinger stehenließ. Ein mögliches Blitztor verhinderte dort nur ein Missverständnis mit Bageritz (2.). Seitens der Gastgeber sollte es das erst mal gewesen sein, mit wirklich zwingenden Aktionen. Auf der anderen Seite war für die Eisenbahner Schwerstarbeit angesagt, vor allem wegen Top-Stürmer Giacinto Sibilia: Mit ihm kamen Georg Wieser und Tim Gendel zunächst nur bedingt zurecht. In Minute 13 blitzte das Können des 35-Jährigen erstmals gefährlich auf: Von Wieser noch bedrängt klatschte ein guter Schuss an den Außenpfosten.
Gefühlt war in diesem Match kein Zentimeter Platz vorhanden, die Räume extrem eng, Stück für Stück fuchste sich Freilassing jedoch rein. Bei einem Abschlag von ESV-Keeper Matej Markovic bekam Arber Tafilaj die Kugel ins Gesicht. Daraus kam sie postwendend zurück in die Box und landete durch einen Kopfball von Lennart Müller sogar im Netz – Abseits (23.). Richtig strecken musste sich Markovic erstmals gegen Flint Kapusta, um dessen Kracher zu klären. Der Abpraller landete bei Sibilia – erst jetzt konnten die Platzherren die brenzlige Situation bereinigen (25.). Acht Minuten drauf ging Freilassing in Führung: Tim Gendel schlug das Leder übers ganze Feld auf Bageritz, der am Elferpunkt auf den herausstürmenden Keeper Fabian Müske traf und fiel. Im Liegen bugsierte der ESV-Akteur die Kugel ins leere Gehäuse – 1:0 (33.).
Die Isarkicker antworteten mit dem Ausgleich, trotz guten Vortrags irgendwie aus dem Nichts: Kapusta, der beste Gästemann an diesem Tag, hatte aus 18 Metern einfach mal per Drehschuss abgezogen, das Leder passte exakt neben den linken Pfosten (38.). Vom Anstoß weg hätten die Gäste sogar erhöhen müssen: Müller eröffnete eine Situation, die für ein leeres Tor sorgte, Kapusta drosch jedoch über den Ball (39.).
Die Szene der Partie sahen die Fans nach exakt einer Stunde, da sich das Spiel schnell machen durch die weiten Abschläge von Markovic auch mal bezahlt machte. Eines dieser weiten Zuspiele erreichte Portenkirchner, der sich noch gegen zwei Kontrahenten durchsetzte und unnachahmlich mit links ins lange Eck abschloss – 2:1 (61.), sein elfter Saisontreffer. Der berechtigte Dank galt im Anschluss Assistgeber Markovic, die exakt gleiche Situation vergab Portenkirchner nur Sekunden drauf. Auf der anderen Seite ließ Kapusta einen 20-Meter-Schuss an den Außenpfosten krachen (64.), Markovic war noch dran.
Das war die Initialzündung für die Münchner, die das Heft nun wieder in die Hand nahmen, vom ESV jedoch immer wieder gestört wurden. Bis zur 76. Minute: Moritz Wefelmeier gab von links in die Box, Sibilia ließ klug durch, am zweiten Pfosten stand Joker Bendix Kruse, der nochmal Schwung ins FC-Spiel gebracht hatte, völlig frei – 2:2. Das 2:3 hätte 13 Minuten vor Schluss fallen müssen, doch Kruse lupfte die Kugel allein vor Markovic an die Latte, den Abpraller vergab der alleingelassene Sibilia ans Außennetz – Riesen-Dusel für den ESV. Es blieb bis zum Ende beim Remis.
ESV Freilassing: Markovic, Wieser, Gendel, Hussein (65. Omeradzic), Tafilaj (81. Niclas Hofer), Krein, Prechtl (65. Miclos), Bageritz (81. Seybold), Timo Hofer (81. Frisch), Schlosser, Portenkirchner