Dass das Endresultat vor 70 Zuschauern am Merowinger Hof so hoch ausfallen würde, hätte der Freilassinger Torjäger, der sein Trefferkonto damit auf sieben hochschraubte, auch nicht gedacht. „Die Kirchheimer haben keinen guten Tag erwischt, bei mir ist alles aufgegangen“, so Portenkirchner, der sich bereits in der Anfangsphase in Szene setzte, sein Visier bei einem Freistoß (4.) beziehungsweise nach einer Ecke von Timo Hofer noch nicht richtig eingestellt hatte (10.).
Das änderte sich jedoch schlagartig: Portenkirchner setzte Rodi Hussein im Zentrum in Szene, der quirlige Syrer legte rechts raus auf Tim Bageritz, welcher im Sechzehner noch einen Haken schlug und an Ex-Bayern-Keeper und KSC-Spielertrainer Maximilian Riedmüller scheiterte. Den Abpraller verwertete Portenkirchner zum 0:1 (12.). „Der Gegner hat da ein wenig gepennt. Ich habe es zum Glück noch schnell umrissen und den Fuß hingehalten“, berichtet der Torschütze.
Beim zweiten Freilassinger Treffer schickte Portenkirchner Bageritz auf die Reise, Riedmüller gewann zwar das Eins-gegen-eins-Duell, doch erneut stand die Freilassinger Nummer 24 goldrichtig und schob ein (15.). Die Gäste, bei denen Trainer Goran Roksandic seine Jungs nach Rotsperre wieder lautstark an der Seitenlinie nach vorne peitschte, wirkten in der Phase total griffig, entschieden immer wieder die zweiten Bälle für sich und legten nach. Diesmal spielte Hussein einen idealen Gassenball auf Niclas Hofer, der den Freiraum im Zentrum nutzte und allein vor Riedmüller cool blieb und flach einschob – 0:3 (22.).
Nach der Trinkpause erwachten die Hausherren so ein bisschen aus ihrer Schockstarre und schrieben prompt an. Peter Schmöller köpfte über Keeper Matej Markovic hinweg ein (29.). Die Riedmüller-Elf wurde jetzt mutiger und hätte kurz vor der Pause sogar nochmal treffen können. Nach einer Ecke von links versuchte es Roman Prokoph per Hacke, Markovic musste sich strecken und fischte das Leder aus dem Winkel – starke Aktion von beiden (40.).
Mit frischen Kräften wollten die Kirchheimer die Mission Aufholjagd nach dem Seitenwechsel angehen. Und prompt setzte sich Prokoph klasse durch, bugsierte die Kugel aus fünf Metern jedoch drüber – Glück für Freilassing (49.). Wie das mit dem Toreschießen funktioniert, demonstrierten dann die Eisenbahner. Nach feinem Angriff über rechts legte Niclas Hofer flach in den Strafraum zu Portenkirchner, der keine Mühe hatte, die Kugel in die Maschen zu befördern (50.). „Überragend reingelegt vom Niclas, der wie die restlichen Jungs ein Bombenspiel abgeliefert hat“, lobte der Torjäger seinen Vorlagengeber zum Freilassinger 4:1.
Nachdem Markovic in der Folge gegen Schmöller (51.), Can Ritter (57.) und Denis Zabolotnyi (60.) sicher parierte, ebnete eine starke Balleroberung im Mittelfeld den Grundstein für die nächste Portenkirchner-„Bude“, der die Kugel humorlos unter die Latte donnerte (63.). Kleiner ESV-Schönheitsfehler in der Folge, als sich Kapitän Simon Schlosser, der als Außenverteidiger agierte, im Sechzehner nur per Foul zu helfen musste. Den fälligen Strafstoß brachte Prokoph problemlos im Kasten unter – 2:5 (67.). Doch die Portenkirchner-Show war noch nicht zu Ende: Diesmal schickte Dominik Krein seinen Torjäger auf die Reise, der erneut allein vor Riedmüller nicht lange fackelte und zum fünften Mal einschoss. „Wenn man schon Selbstvertrauen hat, dann macht man diese Dinger auch noch“, so der Goalgetter.
Der KSC gab jedoch nicht auf und verzeichnete durch Sami Benrabh (76.), Ritter (78.) und Jerome Tesfaye (82.) durchaus Abschlussmöglichkeiten, doch entweder stand Markovic im Weg oder die Versuche gingen daneben. Und Portenkirchner kann auch Vorlagengeber: Beim siebten ESV-Tor legte er uneigennützig auf den eingewechselten Jan Maegdefrau, der keine Mühe hatte, einzuschieben (85.). „Wir dürfen jetzt natürlich nicht zu viel wollen, sondern müssen einfach weiter giftig bleiben. Das nehmen wir uns jetzt für jedes Spiel vor“, betont der Fünferpacker. Wenn das Team diese Leistung nun immer auf den Platz bringen könne, dann werde es laut Portenkirchner für den Gegner immer schwer beziehungsweise positiv für den ESV laufen.