„Wir sind klarer Außenseiter, haben nichts zu verlieren, wollen uns aber so teuer wie möglich verkaufen“, sagt ESV-Abteilungschef Frank Gorzel, der immer noch etwas dem Traunsteiner Spiel Ende August nachjammert: „Wir hatten 2:0 geführt und dann den Gegner aufgebaut und am Ende dann durch individuelle Fehler noch 2:4 verloren.“
Was folgte war eine Trauer-Serie mit nur einem Punkt aus fünf Spielen und drei Fünfer-Packungen gegen Unterföhring, Aubing und Forstinning. Die Folge: Absturz auf einen Relegationsrang, wobei Gorzel immer den Blick nach oben hält. „Wir sind vom 2. Platz nur sieben Punkte weg.“ Wichtig sei es jetzt, dass das Selbstvertrauen zurückkehrt und dass die Mannschaft zur Stabilität zurückfindet. Das sei in einer Phase, in der man fünf der jüngsten sechs Spiele verloren hat, enorm wichtig.
Ziel gegen Murnau sei es, lange Zeit das eigene Tor sauber zu halten. „Wenn wir zuletzt das erste Tor kassiert haben, sind wir anfällig in der Abwehr geworden, das müssen wir abstellen“, fordert der Abteilungsleiter und gibt als Parole aus, „eine passablere Abwehrleistung hinzulegen“.
Keinerlei Kritik übt Gorzel an der Sportlichen Leitung. Trainer Goran Roksandic und sein Team seien absolut top, sie seien engagiert und taktisch absolut auf der Höhe. Man habe im Sommer ja einen großen Umbruch gehabt, wichtige Spieler seien gegangen, was den Verein arg getroffen habe. Personell sehe es gegen Murnau jedoch nicht so gut aus. Rodi Hussein und Tim Bageritz seien in dieser Woche im MRT gewesen, „da sieht es nicht ganz so schlimm aus, aber für Murnau geht natürlich noch nichts“. Dafür komme Abwehrmann Tobi Schindler zurück. „Er ist ganz wichtig für die Mannschaft, weil er auch für die Stimmung sorgt. Tobi wird wohl nicht von Beginn an auflaufen, aber in jedem Fall wieder im Kader sein nach seiner Kapselverletzung“, freut sich Gorzel.
In jedem Fall müsse man jetzt mal den Bock umstoßen. „Wir haben den 14. Spieltag, und für uns schlägt nach der Murnau-Partie die Stunde der Wahrheit“, so der Fußballchef. In der Tat heißen die Gegner nach dem Samstagauftritt FC Moosinning (13.), SV Nord München-Lerchenau (2.), SV Planegg (12.), TSV Kastl (16.) und im ersten November-Match SpVgg Unterhaching II (9.).
Gegner Murnau räumte bislang nahezu alles aus dem Weg, patzte nur beim 1:1 gegen Planegg und beim 3:3 gegen Traunstein und verlor nur einmal, mit 0:1 in Schwabing. Geradezu beängstigend war der Lauf der Mannschaft Ende Juli/Anfang August, als die Drachen in fünf Spielen gegen Kastl, Unterhaching, Eggenfelden, Wacker München und Hallbergmoos 37 Tore schossen. Das Highlight waren natürlich die 13 Tore gegen Wacker München.
So ist es auch kein Wunder, dass die Murnauer zwei Spieler unter den Top-3-Torschützen der Liga haben. Fabian Erhard hat 14 Mal getroffen, Murat Höbekkaya zwölf Mal. Bester Torschütze der Liga ist Grünwalds Laris Stjepanovic mit 16 „Buden“, bester Goalgetter des ESV ist Timo Portenkirchner mit elf Treffern.