Die Eisenbahner-Vorstellung im ersten Durchgang war vor 115 Zuschauern an der Demleitnerstraße durchaus ordentlich. „Das war definitiv nicht schlecht von uns“, sagte ESV-Funktionär Branislav Aleksic, „wir haben die meiste Zeit das Spiel kontrolliert und konnten auch einige Hochkaräter kreieren.“ Dass die nicht verwertet wurden, war letztlich spielentscheidend.
Das 1:0 für die Truppe von Trainer Fabian Lamotte fiel aus Freilassinger Sicht „völlig unerwartet aus einem Standard nach einem unnötigen Foul an der Auslinie“ (Aleksic). Lordan Handanovic war in der 13. Minute der Torschütze. Wacker, das punktlos ins Match gegangen war, hatte ansonsten offensiv herzlich wenig zu bieten, die vereinzelten Fernschüsse der Landeshauptstädter flogen teils weit übers Gehäuse von Matej Markovic.
In Überzahl – Armando Tischer sah kurz vor der Pause die Ampelkarte und ist somit nach der neuen Regel für eine Partie gesperrt – erspielten sich die Schützlinge von Coach Goran Roksandic sofort zwei Großchancen, doch Arber Tafilaj und Timo Portenkirchner brachten das Runde nicht im Eckigen unter. Die Hoffnungen der mitgereisten ESV-Anhänger für die zweite Hälfte waren also sehr groß, doch was sich dann in den zweiten 45 Minuten tatsächlich abspielte, war enttäuschend. „Fehlende Konzentration, schlechte Tagesform einiger Spieler, Ideenlosigkeit im letzen Drittel“, so die Schlagworte von Aleksic. Das hatte zur Folge, dass sich die Freilassinger so gut wie keine Torgelegenheiten erarbeiten konnten und letztlich auch ohne Punkt die Heimreise antreten mussten.
Nur noch für die Statistik erwähnenswert ist das 2:0 für die Gastgeber, das nach einem der ungewöhnlich vielen ESV-Ballverluste durch David Topic (81./Konter) fiel. „Letztendlich wars eine verdiente Niederlage, für die der hochmotiviert kämpfende Gegner am wenigsten konnte“, resümierte Aleksic.
Den Freilassinger Funktionär echauffierte vor allem eine Szene aus der Schlussphase, als Coach Roksandic von Referee Leonhard Schramm (ESV Augsburg) die rote Karte gezeigt bekam. „Die hätte sich der Schiedsrichter sparen können“, übte Aleksic Kritik. Was war passiert? Der Freilassinger Chefanweiser, der schon zuvor ein paar Mal darauf hingewiesen wurde, die Coachingzone nicht zu verlassen, wollte das Match schnell machen und fing einen von Wacker ins Aus beförderten Ball ab. Vermutlich hatte sich der Nachfolger von Albert Deiter ein wenig verschätzt und die Kugel außerhalb der Coachingzone berührt. Zudem befand sich das Leder wohl noch gar nicht in vollem Umfang im Seitenaus. „Dazu muss man sagen, dass sich weit und breit kein Spieler – weder von uns noch vom Gegner – in der Nähe befunden hat, der ins Geschehen eingreifen hätte können. Eine etwas seltsame Regelauslegung war das schon“, so Aleksic. Die Szene soll nun noch von den entsprechenden BFV-Stellen im Video analysiert werden, so dass man auf ESV-Seite sogar hoffen darf, dass Roksandic ohne Sperre davonkommt. Dann dürfte er am Samstag (8. August, 16 Uhr/Max-Aicher-Stadion) im Heimspiel gegen den VfB Hallbergmoos auch wieder auf der Bank Platz nehmen.
ESV Freilassing: Markovic, Miclos (46. Coskun), Wieser (61. Koller), Hussein (79. Niclas Hofer), Tafilaj, Bajgora (30. Prechtl), Krein, Schindler, Timo Hofer (61. Frisch), Schlosser, Portenkirchner.