Timo Portenkirchner – eines der ganz heißen Eisen in der Landesliga Südost. Für den ESV Freilassing traf er schon in der vergangenen Saison beinahe nach Belieben und erzielte 28 Saisontore. Und in der neuen Saison? Der 26-Jährige macht genau da weiter, wo er aufgehört hat, und erzielte allein im August neun Treffer. Insgesamt steht er bereits bei elf Saisontoren – in elf Spielen.
Portenkirchner kam im Sommer 2025 nach einer schwierigen Zeit zu Freilassing. Rund vier Jahre zuvor wagte er den Schritt zum SV Kirchanschöring in die Bayernliga Süd. Glücklich wurde er beim SVK allerdings nie. Immer wieder bremsten ihn Verletzungen aus. Besonders eine Kreuzbandverletzung warf ihn zurück. „Ich bin nie so wirklich reingekommen“, blickt Portenkirchner im Gespräch mit Fussball Vorort/FuPa Oberbayern zurück.
Die Zeit in der Bayernliga war für ihn deshalb sportlich nicht das, was er sich erhofft hatte. „Allzu viel Positives konnte ich leider gar nicht mitnehmen“, sagt der Angreifer. In Freilassing änderte sich das. Portenkirchner bekam Vertrauen – und zahlte dieses mit Toren zurück.
Denn genau das sei für ihn besonders wichtig. „Ich bin ein Typ, der viel Vertrauen braucht“, sagt Portenkirchner. Dieses bekommt er unter ESV-Trainer Goran Roksandic, der von seinem Schützling schwärmt. „Er hat für diese Liga wirklich eine überragende Qualität und ist auch menschlich top“, sagt Roksandic. Besonders angetan ist der Trainer von Portenkirchners linkem Fuß, der schon das ein oder andere besondere Tor erzielt hat.
Auch taktisch hat sich für Portenkirchner etwas verändert. Während er in der Vergangenheit eher im Mittelfeld auflief, spielt er inzwischen regelmäßig ganz vorn als Mittelstürmer. Eine Rolle, die ihm offenbar liegt. „Da habe ich generell mehr Chancen und kann einfach auch mehr Tore erzielen“, erklärt er.
Seinen wohl spektakulärsten Auftritt hatte Portenkirchner im August gegen den Kirchheimer SC. Beim 7:2-Erfolg traf der Angreifer gleich fünfmal – und benötigte dafür gerade einmal fünf Chancen. „Ich habe in dem ganzen Spiel genau fünf Chancen gehabt und das waren dann die fünf Tore“, erzählt er. „Das war natürlich schon krass, ein geiles Gefühl.“
Die Zahlen sprechen ohnehin für ihn. 28 Treffer waren es in der vergangenen Saison, elf sind es bereits in der laufenden Spielzeit. „Ich habe schon einen gewissen Torriecher“, sagt der 26‑Jährige schmunzelnd. „Ich hatte letztes Jahr schon das Ziel, dass ich 30 Tore mache. Das habe ich dann leider nicht geschafft.“ Nun bietet sich ihm die nächste Gelegenheit.
Beim ESV soll es dabei nicht nur für ihn persönlich weiter nach oben gehen. Nach einem starken Saisonstart kassierte Freilassing zuletzt allerdings drei Niederlagen in Folge, holte gegen Schwabing ein 2:2. „Jetzt haben wir mal einen Reality-Check bekommen“, sagt Portenkirchner. Der Blick richtet sich deshalb zunächst auf einen einstelligen Tabellenplatz.
„Wenn alle da sind und alle mitmachen, dann sind wir auf jeden Fall eine Top-Truppe und können viel erreichen“, ist der Angreifer überzeugt. Und wenn Portenkirchner seine aktuelle Form beibehält, dann werden noch mehr Gegner das fürchten lernen. Und die 30‑Tore-Marke knacken.