Neben dem ESV-Kapitän kehrte auch Rodi Hussein nach Verletzungspause zurück in die Startformation. Dafür waren die Hofer-Zwillinge Timo und Niclas privat verhindert: Sie feierten den 80. Geburtstag ihres Opas in Garmisch-Partenkirchen. Zudem fehlte bei den Freilassingern Moritz Seybold rotgesperrt. In Durchgang eins entwickelte sich vor 250 Zuschauern ein hitziges Duell mit vielen Nickligkeiten – auch eine Rudelbildung nach Foul von Schlosser an Yasir Sami am Mittelkreis war dabei (19.). Optisch wirkten die Gäste gefälliger, ESV-Keeper Matej Markovic hatte alle Hände voll zu zu tun und hechtete mehrfach vor seinem Kasten hin und her.
Sein Gegenüber Matthias Angermeir hatte da weitaus weniger zu tun, musste jedoch in Minute 21 das erste Mal hinter sich greifen. Portenkirchner bekam die Kugel 25 Meter vor dem Gäste-Gehäuse auf an der linken Strafraumkante, schickte zwei Gegenspieler per Körpertäuschung ins Leere, zog in den Sechzehner und schloss am „Fünfer“ ins lange Eck ab (21.). Der Freilassinger Torjäger hätte aus exakt gleicher Position nachlegen können, doch die Kugel ging vorbei (31.). Beide Teams haderten mit der Leistung von Schiedsrichter Quirin Baumann (ESV Mitterskirchen), der allein achtmal den gelben Karton bei den Gastgebern zückte. „Es gab viele intensive Zweikämpfe, Chancen auf beiden Seiten und Zuschauer, die voll dabei waren“, berichtet Schlosser.
Nach dem Seitenwechsel hatte Lerchenau die Chance aufs 1:1. Nach zu leichtem ESV-Ballverlust im Mittelfeld konterten die Gäste schnell. Die Aktion endete mit einer Hereingabe auf den eingewechselten Dominik Besel, der die Kugel jedoch nicht ordentlich kontrollieren konnte und sie aufs Tornetz hob (59.). Doch auch die Eisenbahner hätten nachlegen können: Arber Tafilaj machte das Leder nach einem Münchner Freistoß stark fest und schickte dann Portenkirchner über links. Der Torjäger setzte sich durch und gab zum eingewechselten Artem Tsap in die Mitte, der ins Eins-gegen-eins mit Angermeir ging. Der Freilassinger hatte das Auge für den mitgelaufenen Markus Prechtl, der die halbleere „Bude“ vor sich hatte, jedoch drüber schoss – da war mehr drin (63.). In der Folge schickte Prechtl per Traumpass Schlosser, der frei vor Angermeir auftauchte und versuchte, ihn ins kurze Eck zu überlisten. Der Keeper zeigte sich jedoch auf dem Posten und parierte zur Ecke (70.).
Die fahrlässige Chancenverwertung rächte sich: Den wendigen Arbnor Segashi, ständiger Unruheherd bei den Gästen, bekam Freilassing kaum in den Griff. Sein 17-Meter-Abschluss schlug links im Eck ein – alles wieder auf Anfang gestellt (73.). Doch die Eisenbahner schlugen postwendend zurück: Markovic fand Tobias Schindler flach im Zentrum. Nach Aufdrehen sah er sofort Schlosser mit einem kreativen Lauf über rechts und schickte ihn. Der Kapitän ließ sich nicht lange bitten und bediente Portenkirchner am Sechzehner. Eine Körpertäuschung später war er frei vor Angermair und schob ein – 2:1 (77.).
In der Folge gab's etliche Ping-Pong-Situationen im Strafraum vor Markovic, bei denen der Ball wild hin und her flog – irgendwie bekamen dies Abwehrchef Georg Wieser und Co. wegverteidigt. „Am Ende wars ein verdienter Sieg. Wir haben alles reingeworfen und uns endlich mal wieder belohnt“, sagt Schlosser.ESV Freilassing: Markovic, Wieser, Hussein (76. Omeradzic), Tafilaj (85. Spatzenegger), Bajgora (60. Tsap), Koller, Krein, Prechtl, Schindler, Schlosser, Portenkirchner.