Dabei hatten die Gäste nach ihrer eineinhalbstündigen Busanreise am frühen Mittwochabend forsch losgelegt und die Eisenbahner erst mal in ihre eigene Hälfte zurückgedrängt. Zählbares kam dabei nicht heraus, zwei Ecken von Alessandro Marrazzo versandeten. Nach rund zehn Minuten befreiten sich die Platzherren in Blau auf ihrem durch die Hitze bereits teil-verbrannten Rasen und erhielten eine gute Spiel-Kontrolle. Die erste Szene auf dem Chancen-Zettel gehörte einmal mehr Timo Portenkirchner, der sich drei Meter vor der Sechzehnerlinie auf engstem Raum gegen drei SSVler durchgesetzt hatte, mit links abzog und die Kugel nur knapp am Pfosten vorbeisetzte (11.).
Gerade 100 Sekunden drauf wurden die wirklichen „Timo-Festspiele“ eröffnet: Weiter Ball von Innenverteidiger Georg Wieser auf Portenkirchner, der sich auf seinem 15 Meter-Weg Richtung Strafraum noch stark gegen Laurin Hansbauer durchsetzte und die Kugel schließlich auf Timo Hofer durchsteckte. Der 18-jährige Neuzugang zog aus 16 Metern halbrechter Position sofort mit links ab, sein Schlenzer schlug im langen Eck ein – 1:0 (13.). Das erste Saisontor beflügelte den Ex-Traunsteiner: Exakt an der gleichen Stelle erhielt er sechs Minuten nach seinem Führungstreffer diesmal von Molos Bajgora die Kugel, wieder schloss der beidfüßig starke Akteur mit links ab und machte komplett synchron zum 1:0 auch das 2:0.
Die Führung sorgte dafür, dass das ESV-Team nun erstmals in dieser noch jungen Spielzeit etwas befreiter aufspielen konnte – und Kapitän Simon Schlosser und Co. taten dies in der Folge auch. Das machte Gäste-Trainer Daniel Blindhuber rasend: In der Trinkpause stauchte er seine Mannschaft lautstark zusammen: „Das ist gar nichts, was ihr hier zeigt, jetzt reißt euch endlich den Arsch auf.“ Tatsächlich wurde die Arbeit des Spiel- und Sport-Vereins wieder ansehnlicher, doch ein früher verletzungsbedingter Wechsel – Yehor Kosiachenko für Neuzugang Sebastian Hager (27.) – sowie ein geplanter, Bernhardt Maier für Manasse Francisco (29.), musste erst wieder Ordnung ins Eggenfeldener Bestreben projizieren. Vor allem Kosiachenko fand jedoch sofort stark in die Partie und bereitete den ESVlern ein wenig Probleme, in Minute 32 mit dem ersten echten Torschuss knapp links vorbei. Kurz drauf musste sich ESV-Keeper Matej Markovic erstmals strecken, um den 20-Meter-Schuss von Hansbauer mit der rechten Hand zur Ecke zu klären (34.).
Jetzt ging's rauf und runter, Portenkirchner setzte sich nach starkem Rechtszuspiel von Rodi Hussein erneut unwiderstehlich durch, sein Top-Versuch wurde noch abgefälscht (36.). Erneut im Zwei-Minuten-Abstand kam Eggenfelden in Person von Benedikt Huber zum freien Abschluss aus kurzer Distanz, knapp übers Kreuzeck (38.). Eggenfelden agierte gefällig, allein ein präziser Abschluss sowie hie und da das nötige Ballglück fehlten. Bei einem hörbaren Rempler an Kosiachenko forderte Blindhuber zu vehement Elfmeter, der souveräne Schiedsrichter Maximilian Scheungrab (FC Aunkirchen) machte da allerdings nicht mit (45.+1) und zeigte dem Teamchef Gelb.
Der zweite Durchgang hatte kaum noch Höhepunkte für die rund 300 Zuschauer parat. Der SSV probierte viel, im Sechzehner angekommen gelang jedoch wenig bis nichts. Im Grunde lief alles über Hansbauer, Kosiachenko und Ankido Abraham, doch die ESV-Abwehr stand – und Markovic bekam kaum etwas zu tun. Auf der anderen Seite erlief der eingewechselte Markus Prechtl noch einen Ball, der schon im Begriff war, das Feld zu verlassen. Seine Flanke zurück in die Box köpfte Portenkirchner zu zentral und somit in die Arme von SSV-Goalie Patrick Alramseder (68.). Zwei Minuten drauf setzte der ebenfalls später gekommene Hansi Spatzenegger zum spektakulären Fallrückzieher an, doch traf er das Leder nicht ideal. Eggenfelden erarbeitete sich in einer zwangsläufig hektischer werdenden Schlussviertelstunde letztlich nur eine sehr gute Anschlussmöglichkeit: Benedikt Huber setzte alleinstehend aus kurzer Distanz zum Seitfallschuss an, Markovic parierte glänzend (86.). Am Ende brannte für die Elf von Goran Roksandic nichts mehr an, der erste Saison-Heimdreier war nach dem ernüchternden 0:2 gegen Kastl zum Auftakt eingefahren. Höchst positiv: Zweiter Sieg in Folge, der zweite zu Null, Platz 5 für den ESV nach drei Spieltagen.
ESV Freilassing: Markovic, Miclos, Wieser, Hussein (54. Prechtl), Tafilaj (63. Spatzenegger), Bajgora (43. Omeradzic), Krein, Schindler, Timo Hofer (71. Niclas Hofer), Schlosser (81. Koller), Portenkirchner.