Zweite Bruchlandung in Folge: Freilassing verliert unansehnliches Stückwerk gegen Türkgücü

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30.8.2026
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Hans-Joachim Bittner
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Hans-Joachim Bittner

Der ESV Freilassing hat nach dem starken Saisonstart die zweite Niederlage in Folge hinnehmen müssen. Im Heimspiel gegen Türkgücü München unterlag die Mannschaft von Goran Roksandic vor 200 Zuschauern verdient. Eine zerfahrene Partie mit vielen Nicklichkeiten und Diskussionen ließ die Gastgeber nie richtig ins Spiel finden.

Freilassing – Der sehr gute Saisonstart des ESV Freilassing in der Landesliga Südost mit Platz 2 nach sieben Spielen erhielt in dieser Woche zwei erste größere Dellen: Dem Last-Minute-2:4 in Traunstein folgte nun daheim ebenfalls ein 2:4 gegen Türkgücü München. In Ermangelung von genügend Verteidigern hatte ESV-Coach Goran Roksandic eine Dreierkette aufbieten müssen: Teamleader Georg Wieser zentral, Markus Prechtl mit seinem ersten Heimspiel nach dem Urlaub rechts sowie Raul Miclos links. Nach wenigen Augenblicken strapazierten die ersatzgeschwächten Gastgeber – aus der Mittwoch-Startelf fehlten Kapitän Simon Schlosser und Niclas Hofer – erstmals das Glück:

Ein 30 Meter-Solo von Albion Vrenezi landete am rechten Pfosten (2.). In Minute sieben verließ die „Eisenbahner“ der Segen bereits: Cengiz Basaran markierte nach starkem Tiefen-Steckpass von Marin Pudic das 0:1, höchstwahrscheinlich aus einer Abseitsposition heraus. Vom Anpfiff weg hätte Benedict Laverty sofort nachlegen müssen, verstolperte die Kugel jedoch völlig alleingelassen am zweiten Pfosten. Türkgücü entwickelte weiter Druck, Pudic auf Laverty, sehenswerter Heber, knapp am zweiten Kreuzeck vorbei (17.) – die Gäste-Führung ging schon jetzt mehr als in Ordnung. Kurz drauf notierten die Isarstädter den ersten verletzungsbedingten Ausfall, ohne Gegnereinwirkung musste Torschütze Basaran am rechten Knöchel lädiert passen (23.).

Freilassing verliert unansehnliches Stückwerk gegen Türkgücü München

Als eine halbe Stunde rum war, erlebten die 200 Zuschauer im Max-Aicher-Stadion ein Ecken-Geplänkel rund um Münchens Atilla Arkadas, der sich den Ball regelmäßig außerhalb des Viertelkreises zurechtlegte. Schließlich provozierte er das laut protestierende Publikum auf der ESV-Empore, in dem er das Spielgerät – eben von den Rufen von oben angestachelt – zwei Meter entfernt platzierte. Nun blieb Referee Maximilian Hafeneder gar nichts anderes mehr übrig, als ermahnend einzuschreiten, für Arkadas Provokationen wäre Gelb wohl die richtige Maßnahme gewesen. Überhaupt zögerte der Schiedsrichter zu lange mit seinem Karten-Ensemble, wodurch er das unansehnliche Stückwerk-Treiben inklusive vieler kleiner Nicklichkeiten, versteckter Fouls und unnötiger Diskussionen auf dem Rasen eher noch befeuerte – und dadurch selbst kein leichtes Spiel hatte.

Der also früh eingewechselte Mert Sahin durfte sich schließlich bei einem weiten Ball seines Kapitäns Burhan Bahadir frei vor ESV-Goalie Matej Markovic die Ecke aussuchen, er entschied sich für die linke – 0:2 (36.). Türkgücü war von den möglicherweise etwas Derby-müden Freilassingern nun kaum noch zu halten: Querpass Laverty auf Mohamed Bekaj, der das Leder sanft unter die Latte bugsierte – 0:3 (40.). Kurz vor der Pause konnte der ESV eine komplette Horror-Halbzeit knapp vermeiden: Foul von Arkadas an Timo Portenkirchner in der Box, Strafstoß. Der Torjäger, der einige verbale Scharmützel mit seinem direkten Gegenspieler Jannik Fippl auszutragen hatte, legte sich das Leder zurecht und platzierte es souverän im linken Eck, nur noch 1:3 (45.+2).

Nicht lange nach Wiederanpfiff mussten die Münchner um den lautstark daueraktiven Coach Slaven Skeledzic den nächsten Verletzten beklagen: Beim starken Bejak ging’s nach einem Schlag aufs Knie nicht mehr weiter. Der zweite Durchgang änderte nichts an der Klein-Klein-Spielweise beider Teams. Die vor allem für Freilassing höchst zähe Angelegenheit brachte keine Verbesserung zutage. Im Gegenteil: Das 1:4 (65.) durch den solo durchgestarteten Vrenezi legte früh den Deckel auf die Partie, das 2:4 (83.) von Kaan Coskun via feiner Körpertäuschung ins lange Eck kam viel zu spät. Die zweite, verdiente Heimniederlage für den ESV stand längst fest, wodurch Türkgücü an einem höchst torreichen Landesliga-Samstag (26 Tore in nur vier Spielen) bis auf zwei Zähler an die Platzherren heranrücken konnte.

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