Das Derby der Umbruch-Teams: Freilassing eröffnet gegen Kastl

Erste

Icon Kalender
16.7.2026
Icon Autor/Verfasser
PNP
Icon Kamera/Foto
PNP

Es ist nicht nur das Eröffnungsspiel der Fußball-Landesliga Südost. Es ist zugleich das Duell zweier neuer Trainer, die natürlich gut in die Saison starten wollen. Wenn der ESV Freilassing am Donnerstag, 16. Juli, um 19 Uhr den TSV Kastl empfängt, geben erstmals Goran Roksandic (auf Gastgeberseite) und Martin Göppinger in einem Pflichtspiel die Kommandos von der Seitenlinie. Neben dem Inn/Salzach-Schlager dürfen sich die Zuschauer bereits ab 18 Uhr auf ein buntes Rahmenprogramm freuen.

„Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe. Natürlich wollen wir gewinnen“, betont Freilassings Abteilungsleiter Frank Gorzel, der den Fans empfiehlt, frühzeitig ins Max-Aicher-Stadion kommen. So könnten auch Verkehrsprobleme und Wartezeiten an den Kassen vermieden werden. Grund genug früher zu erscheinen, gibt es allemal.

Grußworte, Stadtkapelle und Bollerschützen

Manuel Buckel beginnt ab 18 Uhr mit der Moderation. Bevor die offizielle Saisoneröffnung mit Funktionären der Klubs und Freilassinger Einlaufkindern über die Bühne geht, präsentiert sich die Stadtkapelle. Es folgen noch unter anderem Grußworte der zweiten Bürgermeisterin Bettina Oestreich-Grau und der Auftritt der Böllerschützen. In der Halbzeitpause richten dann ESV-Vorsitzender Alexander Gertzen und BFV-Verbandsspielleiter Andreas Mayländer aus Teisendorf Worte an die Zuschauer, die zudem mit etwas Glück beim Lattenschießen schöne Sachpreise gewinnen können. Die Teilnehmer hierfür werden gelost, jede Eintrittskarte zählt als Los.

Was das Sportliche betrifft, stellt sich die Frage, wie sich die Teams nach dem jeweiligen Umbruch mit einigen Zu- und Abgängen sowie den beiden neuen Trainern zeigen. Nachdem Leistungsträger wie Mark Kremer (zum SV Kirchanschöring), Felix Bischof (zum BSC Surheim) und Maximilian Streibl (pausiert) nicht mehr im ESV-Kader stehen, gilt es für andere Kicker, die Lücke zu schließen. Beispielsweise für Dominik Krein oder auch die Neuzugänge Arber Tafilaj (TSV Bad Reichenhall) und Kaan Coskun (TSV St. Johann). Bitter ist der Ausfall von Manuel Beck, der sich nach seinem Comeback, das er im ersten Testspiel gegen den TSV 1860 Rosenheim feierte, beim 1:1 gegen den UFC Ostermiething erneut das Kreuzband im selben Knie riss. Verabschiedet hat sich neben den bekannten Abgängen außerdem Daniel Aschauer, der wieder für seinen Heimatverein SV Oberteisendorf auflaufen wird.

Dafür wechselte noch Artem Tsap zum ESV. Der Stürmer kommt vom TV Obing. Von der U19 des SB Chiemgau Traunstein schlossen sich außerdem die 18-jährigen Zwillinge Timo (offensiv, Mittelfeld und Sturm) und Niclas Hofer (defensiv, Mittelfeld und Abwehr) den Grenzstädtern an. Des Weiteren ist das 17-jährige Talent und Eigengewächs Amel Omeradzic (Sturm/SV Austria Salzburg) nach Freilassing zurückgekehrt und soll über die U23 an die „Erste“ herangeführt werden.

Licht und Schatten in den Vorbereitungsspielen

Was die Vorbereitungsspiele betrifft, gabs Licht und Schatten. „Wir sind noch im Aufbau“, erklärt Gorzel. Auf die 1:4-Niederlagen gegen den Neu-Bayernligisten TSV 1860 Rosenheim und den Ligarivalen SB Chiemgau Traunstein folgte ein 1:1-Remis beim UFC Ostermiething (4. Liga Österreich). Bei der Generalprobe gegen den SV Saaldorf (Kreisliga) schoss sich der ESV mit 6:0 warm. Als dreifacher Torschütze glänzte Timo Portenkirchner, der in der Vorsaison 28 Treffer beisteuerte. Die weiteren „Buden“ der Eisenbahner in den Testduellen erzielten Kaan Coskun, Tim Bageritz, Raul Miclos, Timo Hofer und Tobias Frisch (2). Ganz zufrieden ist Roksandic, der auf Albert Deiter folgte, nicht mit der Vorbereitung. Der ehrgeizige Coach musste immer wieder auf Spieler verzichten. Bis zur Winterpause wolle er ein stabiles Team aufbauen.

Auch bei den Kastlern, die am Ende der vergangenen Saison als Zehnter zwei Plätze vor den Grenzstädtern lagen, ist einiges neu. Statt Harry Mayer, der das Team knapp zwei Jahre führte und den Klub auf eigenen Wunsch verlassen hat, schwingt nun mit Martin Göppinger ein Vereins-Urgestein das Zepter bei den Schwarz-Weißen. Zudem stehen acht Neuzugänge auf der Liste und geben dem Kader ein deutlich verändertes Gesicht. Verlassen haben den TSV im Gegenzug vier Kicker, darunter mit Sebastian Spinner der Unterschiedspieler der vergangenen Jahre. Der 34-jährige Flügelspieler versucht es nochmal eine Stufe weiter oben und läuft in der Bayernliga für den SV Erlbach auf. „Wir wissen natürlich, dass wir Basti nicht einfach eins zu eins ersetzen können. Aber wir können den Verlust im Kollektiv auffangen. Außerdem ist es die Chance für den ein oder anderen, sich nun mehr in den Vordergrund zu spielen“, ist Göppinger überzeugt und nennt als bestes Beispiel für die Spinner-Position in der Offensive Timo Oberreiter, der in der Vorbereitung vier Treffer markierte.

Martin Göppinger: „Alle ziehen voll mit“

In der Rückschau auf die gut vierwöchige Testphase zeigt sich der Übungsleiter äußerst zufrieden: „Alle ziehen hier voll mit. Jeder versucht die Vorgaben umzusetzen. Das hat in den Tests teilweise schon recht gut geklappt“, lobt er seine Truppe für das Engagement während der schweißtreibenden Vorbereitungsphase. Auch die Ergebnisse bezeichnet der Neu-Trainer als gut. Sein Team ist mit einem 3:0-Erfolg über den TuS Prien gestartet, es folgten Probeläufe gegen den FC Passau (0:1), SV Türk Gücü Straubing (3:1), SV Wacker Burghausen U19 (0:1) und zuletzt gegen den UFC Ostermiething (4:0). Personell zeigt der Daumen nach oben, außer den Langzeitverletzten (Anton Kriner, Philipp Hofmann und Michael Koppermüller) hat Göppinger bei seinem ersten Pflichtspiel als Cheftrainer die Qual der Wahl.

No items found.
No items found.

Weitere Beiträge