Und die Platzherren hoffen, dass die große Kulisse sie beflügelt: »Ich denke schon, dass wir 'volles Haus' haben werden. Schließlich ist das ein echter Inn/Salzach-Kracher«, freut sich Traunsteins Sportlicher Leiter Kilian Lehrberger schon auf die Partie.
Für die Fans gebe es trotz des erwarteten Ansturms nichts Besonderes zu beobachten, aber: »Das Sportlerbräu ist schon vorher offen, und im Anschluss an unser Spiel können die Fans dort auch die Übertragung des DFB-Halbfinales zwischen Leverkusen und dem FC Bayern anschauen.« »Pokalcharakter« hat aber auch das Derby selbst: Sowohl der SBC (13./34 Punkte aus 28 Spielen) als auch der ESV (12./34 aus 29) haben zwar eine ordentliche Ausgangsposition im Abstiegskampf, müssen aber noch punkten, um sich in Sicherheit zu bringen.
Lehrberger zeigt sich vorsichtig optimistisch: »Wir brauchen uns nicht davon verunsichern zu lassen, dass wir nach der 2:0-Führung gegen Garmisch 'nur' 2:2 gespielt haben. Insgesamt sind wir in einer guten Phase in der Saison, und gerade daheim haben wir in den vergangenen Spielen immer etwas geholt.«
Die vielen Fans gäben der Mannschaft Rückenwind, ebenso die Tatsache, dass der Kader derzeit sehr gut besetzt sei. »Aber die Spieler, die in der Startelf sind, müssen das natürlich auch auf dem Platz widerspiegeln, dass sie sich diesen Einsatz auch verdient haben«, fordert der Sportliche Leiter. »Wir müssen spielerisch dominierend sein.«
Klar sei aber auch: »Ein Derby hat keinen Favoriten.« Aus dem Hinspiel (3:0 für Freilassing) habe der SBC noch eine Rechnung offen: »Da hat der ESV deutlich mehr investiert als wir und den Derbycharakter der Partie auch angenommen.« Daher müsse man sich »auch diesmal darauf einstellen«, dass der ESV alles in die Waagschale werfen werde.
Gehe die Mannschaft mit der richtigen Einstellung zur Sache, sei der erhoffte Erfolg möglich: »Immer dann, wenn wir in dieser Saison alles auf den Platz gebracht haben, war es sehr schwer, uns zu schlagen.«
SBC-Spielertrainer Gentian Vokrri ist ebenfalls zuversichtlich. Die Mannschaft habe sich vom vergangenen Spiel gut erholt, »wir können aus dem Vollen schöpfen. Und wir wollen Wiedergutmachung für die Niederlage im Hinspiel betreiben«, betont er.
Man sei »guter Dinge«, dass dies klappen könne, »aber die Freilassinger sind offensiv natürlich sehr stark«, zeigt er großen Respekt vor den Qualitäten des Gegners. Diesen will der SBC nun seine eigenen Qualitäten entgegensetzen – und setzt auf die heimischen Anhänger: »So eine große Zuschauerkulisse hilft uns auf jeden Fall. Für jeden Spieler ist das nochmal ein zusätzlicher Ansporn – das macht was mit den Jungs..«, hofft er.
Auch ESV-Abteilungsleiter Frank Gorzel weiß um die Bedeutung der Partie: »Wir brauchen schon auch noch vier bis sechs Punkte, um den Klassenerhalt fix zu machen. Da würden wir natürlich am liebsten in Traunstein damit anfangen.«
Gorzel rechnet mit einer anspruchsvollen Aufgabe für die Schützlinge von Trainer Albert Deiter, »denn die Traunsteiner haben sich inzwischen sehr stabilisiert. Und mit Kenan Smajlovic und Julian Höllen haben sie ein Sturmduo, das praktisch permanent trifft.«
Das wollen die ESV-Kicker möglichst unterbinden. Bis auf einige Langzeitverletzte »ist unser Kader ganz in Ordnung, auch wenn es angeschlagene Spieler gibt, bei denen sich der Einsatz erst kurzfristig entscheidet.«
Gorzel rechnet mit einem spannenden Derby – und damit, »dass wir schon auch einen guten Rückhalt durch unsere Fans bekommen.« Möglicherweise wird daher sogar die Kulisse des Hinspiels (ca. 700 Zuschauer) am heutigen Abend in Traunstein noch überboten. Die Rahmenbedingungen passen also bestens – nun darf man darauf gespannt sein, welche Mannschaft diese für sich besser zu nutzen weiß...