„Gibt uns sicher Aufschwung“: ESV beendet Magerserie – Beim 1:0 gegen Unterföhring am Ende nur noch zu Acht

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30.3.2026
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Hans-Joachim Bittner
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Hans-Joachim Bittner

Ob dieser 1:0-Sieg des Willens das Zeug zum Befreiungsschlag besitzt, wird sich am kommenden Donnerstag – erneut daheim – gegen Hallbergmoos zeigen: Dass der zehnte Saisondreier des ESV Freilassing gegen den FC Unterföhring in der Fußball-Landesliga Südost enorm wichtig war, steht außer Frage. Richtiggehend zufriedenstellend war das, was beide Teams auf den Rasen des Max-Aicher-Stadions „zauberten“, keineswegs: Zu viel Stückwerk ließ kaum Spielfluss aufkommen, am Ende zählte für die Crew von Coach Albert Deiter nach (Winter-übergreifend) zwei Remis und drei Niederlagen allein das Ergebnis.

Dabei war fast klar, dass Timo Portenkirchner diesen goldenen Treffer für die „Eisenbahner“ erzielen musste – wie er das tat, mutete einmal mehr kurios an: Sein Schuss aus zentralen 14 Metern war weder besonders gut platziert noch scharf geschossen. Trotzdem ließ der sonst fehlerfreie, wenngleich wenig beschäftigte Gäste-Keeper Lorenz Neff den Kullerball durch die Hosenträger rutschten – warum, konnte er sich im Anschluss selbst nicht erklären. In der Nachspielzeit von Durchgang eins war der erste tatsächlich zu Ende gespielte ESV-Angriff vorausgegangen, Markus Prechtl und Kapitän Simon Schlosser hatten über links via Doppelpass sehenswert vorbereitet, und Portenkirchner trotz Bedrängnis sofort aus der Drehung zu seinem 21. Saisontreffer „abgezogen“ – 1:0 (45.+1).

Vorstadt-Münchner optisch gefälliger

Zuvor erlebten die rund 200 Zuschauer einen Kick, der das Zungeschnalzen nicht gerade herausforderte. Zwar agierten die Vorstadt-Münchner optisch gefälliger und Richtung Tor zielstrebiger, das änderte jedoch nichts am Faktum, dass ESV-Keeper Thomas Unterhuber nicht eine brenzlige Situation zu überstehen hatte. Gut, seinem Gegenüber Neff im FCU-Kasten ging’s nicht viel anders – bis auf die eine entscheidende Tor-Szene. Und so war vieles einfach nur Kleinklein, mehrere dutzend Fouls – grobe, kleine, versteckte, nichtige, nach denen trotzdem erst mal liegengeblieben wurde – prägten dieses Match. Die spektakulärste Szene gab’s bereits, ehe der Sekundenzeiger eine erste Runde absolviert hatte: Portenkirchner hob zum Fallrückzieher ab, doch sein Schussbein kam dem Kopf von FCU-Verteidiger Darius Awoudja zu nahe, so dass Referee Stefan Koch gefährliches Spiel pfiff. Auf der anderen Seite hatte Clovis Tokoro ebenfalls bereits früh die beste Gäste-Chance in Durchgang eins: Der Stürmer verzog die Kugel haarscharf am rechten Kreuzeck vorbei (4.).

In Durchgang zwei, Kapitän Schlosser blieb angeschlagen in der Kabine, war Unterföhring deutlich um den Ausgleich bemüht. Doch erneut gelang es den „Ufos“ nicht, brenzlige Strafraumszenen zu erzwingen. Dem ESV genauso wenig. Fast alles spielte sich im Mittelfeld ab, es blieb zerfahren und von zahlreichen Unterbrechungen nach Fouls sowie Diskussionen mit dem Schiedsrichter geprägt. Wenn etwas wirklich überzeugte, dann die Abwehrarbeit der Platzherren, Innenverteidiger Georg Wieser lieferte eine starke Partie ab und hielt mit seinem Team hinten die Null – obwohl der ESV plötzlich nur noch acht Feldspieler zur Verfügung hatte, zum Zeitpunkt des Schlusspfiffs acht Minuten über der Zeit sogar nur noch sieben. Zunächst sah Mark Kremer wegen eines Remplers an Tokoro Gelb-Rot (85.). Dann musste der eingewechselte Hansi Spatzenegger mit einer Zehn-Minuten-Strafe (89.) runter, aufgrund der wenigen Restzeit war die Partie für ihn beendet. Nachdem Jakob Klaß die einzig gute Chance – eine Direktabnahme (90.+2) nach Flanke von Tivadar Filotas – knapp drüber vergeben hatte, erwischte es auch noch Siegtorschütze Portenkirchner nach einem Foul an Florian Orth mit der Ampelkarte (90.+7). Das fiel allerdings nicht mehr ins Gewicht, da gleich danach Schluss war. Zuvor hatte auf FCU-Seite Moritz Erbs mit einem 21-Minuten-Einsatz für Aufsehen gesorgt: Einwechslung in Minute 67, Foul- und gleich noch Mecker-Gelb in Minute 88 macht Gelb-Rot. Beim Schlusspfiff standen nur noch 18 Akteure auf dem Grün.

Zu Null spielen stand einfach im Vordergrund.
Albert Deiter, Trainer ESV Freilassing

ESV-Coach Albert Deiter betonte danach: „In den letzten Wochen haben wir den nötigen Einsatz vermissen lassen. Die Art und Weise in den Zweikämpfen war für unsere Situation einfach nicht gut genug. Das haben wir angesprochen, das war das Thema. Zu Null spielen stand heute einfach im Vordergrund.“ In dieser Hinsicht müsse der 39-Jährige dann schon auch zufrieden sein. „Die Jungs haben das gut umgesetzt, auch wenn das Spiel vielleicht nicht schön war. Aber darum geht es nicht, weil wir einfach nur die Punkte brauchen.“ Deiter sei wirklich froh, dass das Spiel jetzt so ausging. „Weil uns das sicher Aufschwung gibt. Wir benötigen noch zwei Siege, dann sind wir durch, das 1:0 heute war der erste gute Schritt. Im Abstiegskampf braucht man diese Tugenden, jetzt sind wir dafür auch mal belohnt worden.“

ESV Freilassing: Unterhuber, Wieser, Bischoff, Frisch (53. Spatzenegger), Streibl, Kremer, Kryezi (90.+2 Niederstraßer), Prechtl, Schindler, Schlosser (C, 46. Bajgora), Portenkirchner

45' - 1:0 - Timo Portenkirchner - 21. Saisontor - Vorlage: Simon Schlosser

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