Erst Moralbeweis, dann Rückschlag: Für Freilassing rückt die Abstiegszone nach dem 1:3 gegen Dornach näher

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17.3.2026
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Hans-Joachim Bittner
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Hans-Joachim Bittner

Es klingt abgedroschen, bewahrheitet sich jedoch immer wieder: Wer seine Großchancen nicht verwertet, steht am Ende meist mit leeren Händen da. Eine Fußball-Erfahrung, die der ESV Freilassing auch in seinem zweiten 2026er-Heimspiel – freilich zähneknirschend – registrieren musste. Gegen den SV Dornach hätte es zur Pause ein klarer Vorsprung sein können, ja müssen, stattdessen führten die Landesliga-Gäste aus der Gemeinde Aschheim 1:0.

Was war passiert: Nachdem ESV-Stürmer Timo Portenkirchner nach Top-Zuspiel von Simon Hafner flach in den Sechzehner freistehend über den Kasten gedroschen hatte (7.), Maximilian Streibl von links am langen Eck vorbeizog (16.), Hafner dies von rechts tat (23.) und Georg Wieser einen guten Hafner-Freistoß alleingelassen direkt in die Hände von Goalie Dominik Bertic platzierte (29.), dachte sich Dornach „dann treffen halt wir“: Wie aus dem Nichts fiel die schmeichelhafte Gäste-Führung durch Junes Amdouni, der im Gegenzug plötzlich freie Bahn hatte, nachdem Wieser einen Einwurf an der Mittellinie falsch eingeschätzt hatte – letztlich überlupfte der Dornacher ESV-Keeper Thomas Unterhuber (37.). Zuvor hatten die rund 200 Zuschauer im Max-Aicher-Stadion lediglich einen SVD-Schuss von Marko Todorovic aus der zweiten Reihe (33./weit drüber) gesehen. Statt 3:0 oder 4:0 stand’s also 0:1, kurz vor dem Halbzeitpfiff ließ Rejan Kryezi sogar noch das Gebälk erzittern.

Zum zweiten Durchgang brachte SVD-Coach Sebastian Wastl Innenverteidiger Maurice Albers, der in der vergangenen Saison noch 18 Mal das Freilassinger Trikot getragen hatte. Die Platzherren probierten nun alles, kämpften und bissen, doch erstaunlicherweise häuften sich jetzt die Abspielfehler, so dass Dornach lange Zeit nicht ernsthaft in Gefahr geriet. Der sich hinterm Tor aufwärmende Simon Schlosser forderte lautstark „mehr Stimmung“ im Team, für die Schlussviertelstunde gab der Kapitän sein Comeback nach einer Sprunggelenksverletzung aus dem Test gegen Erlbach. Leon Windisch brachte frischen Wind über die linke Seite, blieb jedoch stets am starken Simon Hamdard hängen. Sehenswert war die Vorbereitung des eingewechselten Daniel Aschauer inklusive des Abschlusses von Portenkirchner zum Ausgleich: Der Schütze hatte in der Box noch ein Abspiel auf Tobias Frisch vorgetäuscht, doch dann überraschend selbst cool ins kurze Eck abgezogen – das hochverdiente 1:1 (77.) als Moralbeweis

Zweite 45 Minuten avancieren zum ESV-Déjà-vu

Letztlich avancierten die zweiten 45 Minuten zum ESV-Déjà-vu: Denn die Schlussphase hielt für die Elf von Albert Deiter ebenfalls einen herben Rückschlag parat. Just, als die „Eisenbahner“ drauf und dran waren, das 2:1 zu erzielen, sorgte Felix Partenfelder mit einem Schuss ins lange Eck für die kalte Dusche (84.). Freilassing antwortete vehement: Bei einem Schlosser-Freistoß gefährlich in den Fünfer krachte Dornachs Albers mit den ESV-Verteidigern Christian Niederstraßer und Wieser zusammen und noch hart gegen’s Gebälk. Das Trio muss einige Minuten behandelt werden. Nach fünf Minuten Stillstand – Trainer Deiter regte sich über zu wenig Nachspielzeit auf und sah Gelb (90.+2) – brachte Portenkirchner die Ecke rein, Schindler köpfte gefährlich, aber haarscharf am ersten Pfosten vorbei. Als der ESV alles nun nach vorn geworfen hatte, führte ein Blitzkonter zum 1:3-Endstand durch Leon Rexhaj, der zuerst Goalie Unterhuber austanzte und schließlich Tobi Schindler auf der Linie düpierte (90.+8.). Schiedsrichterin Katrin Filser leitete gut, sah sich aber in der Schlussphase etlicher Kritik von beiden Seiten ausgesetzt.

Eine extrem bittere ESV-Niederlage im Sechs-Punkte-Spiel, Dornach verkürzte den Rückstand auf drei Zähler. Nur noch deren sechs liegt Freilassing (bei einem Nachholspiel beim SBC) vor dem ersten Relegationsplatz. Diese Woche geht’s nun erstmals in diesem Jahr auswärts zur Sache, am Freitag, 20. März, 20 Uhr, beim TSV Eintracht Karlsfeld (18.).

ESV Freilassing: Unterhuber, Niederstraßer, Wieser, Bischoff, Frisch (58. Aschauer), Streibl (C), Kryezi (52. Kremer), Prechtl (75. Schlosser), Schindler, Portenkirchner, Hafner (58. Windisch)

77' - 1:1 - Timo Portenkirchner - 19. Saisontor - (Vorlage: Daniel Aschauer)

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